„Dein Kind würde sich gerne konzentrieren.
Warum klappt es trotzdem nicht?“
Paul kam zu mir, weil er in der Schule ständig ermahnt wurde. Er störte den Unterricht, konnte nicht still sitzen, rannte herum und störte die anderen Kinder.
Melanie kam, weil sie sich im Unterricht und zu Hause immer „wegträumte“. Ihr war das alles zu viel, zu unruhig, zu laut, also schaltete sie ab und schaute aus dem Fenster, um ihre Ruhe zu haben. Eigentlich sorgte sie damit gut für sich, nur war genau dieses Verhalten in der Schule nicht förderlich, weil sie nicht mehr zuhörte.
Die Mutter von Simon bat mich um Hilfe, weil sie am Ende ihrer Nerven und Kräfte war. Sie geriet mit ihrem Sohn immer wieder in Streit, weil er zu Hause einfach nicht anfing zu lernen oder seine Hausaufgaben zu machen. Zuerst räumte er im Zeitlupentempo seinen Schreibtisch auf, ging nochmal auf die Toilette, brauchte noch unbedingt etwas zu essen, dann doch noch ein Glas zu trinken. Die Playmobilfiguren standen nicht richtig, das Handy blinkte auf, der Bleistift war noch nicht genug angespitzt. Er fand immer wieder Ausreden und zögerte so die Hausaufgaben hinaus, bis seiner Mutter der Geduldsfaden riss.
Vielleicht erkennst du hier dein Kind wieder?
In diesem Artikel zeige ich dir mögliche Ursachen, warum sich dein Kind nicht konzentrieren kann, und gebe dir meine 10 besten Tipps und Übungen, die du zu Hause umsetzen kannst.

Was ist Konzentration oder konzentriert lernen?
Konzentration heißt, die eigene Aufmerksamkeit bewusst auf eine Sache zu richten, bis ein Ziel erreicht oder eine Aufgabe gelöst ist. Und genau da liegt für viele Kinder das Problem. Sie sehen in der Aufgabe keinen Sinn, haben kein eigenes Ziel vor Augen und deshalb wollen sie die gestellte Aufgabe auch gar nicht lösen.
Hast du dein Kind schon mal gerufen, weil ihr einen Termin hattet, und es kam weder eine Antwort noch irgendeine Reaktion? Weil es gedankenverloren gespielt hat? Genau in diesem Moment war dein Kind hoch konzentriert, nur eben in sein Spiel, weil es vielleicht etwas Bestimmtes mit Lego bauen wollte.
Die meisten Kinder können sich also durchaus konzentrieren und Aufgaben lösen, nur leider nicht unbedingt die Aufgaben, die die Schule vorgibt.
Wie lange kann sich ein Kind konzentrieren?
Es lohnt sich auch, zu beobachten, wie lange sich dein Kind überhaupt konzentrieren kann. Ich erlebe immer wieder, dass wir Erwachsenen das überschätzen, auch unsere eigene Aufmerksamkeitsspanne. Wir wollen unbedingt fertig werden und arbeiten immer weiter und weiter, anstatt einfach mal kurz eine Pause zu machen. Und dann erwarten wir, dass sich unser Kind genauso lange konzentrieren kann wie wir.
Die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, ist ein Reifungsprozess. Kinder müssen erst lernen, sich auf eine Aufgabe zu fokussieren.
Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne von Kindern und Jugendlichen beträgt laut Stangl (2018) bei
- 5- bis 7-Jährigen durchschnittlich 15 Minuten
- 7- bis 10-Jährigen durchschnittlich 20 Minuten
- 10- bis 12-Jährigen durchschnittlich 25 Minuten
- 12- bis 14-Jährigen durchschnittlich 30 Minuten
Interessant, denn eine Unterrichtsstunde dauert 45 Minuten.
Mögliche Auswirkungen auf die Familie, wenn sich ein Kind nicht konzentrieren kann
In fast allen Familien sind die Hausaufgaben ein absolutes Reizthema, das schnell zu Streit und Stress innerhalb der Familie führen kann. Gerade Kinder, die in der Schule nicht aufmerksam sind, müssen die Aufgaben zu Hause noch fertig machen, zusätzlich zu den eigentlichen Hausaufgaben. Noch mehr Potential für Stress, denn dann bleibt es an uns Müttern hängen. Wir müssen das Kind motivieren, bei Laune halten und dafür sorgen, dass die Aufgaben gemacht werden.
Selbst die geduldigste Mutter kommt aber irgendwann in die Situation, genervt zu reagieren, endlich wieder etwas für sich tun zu wollen. Für den Haushalt, die eigene Arbeit oder für oder mit den anderen Geschwisterkindern. Schlechtes Gewissen breitet sich aus, das Gefühl, niemandem wirklich gerecht zu werden, obwohl die ganze Aufmerksamkeit bei deinem Kind liegt, das trotzdem einfach nicht fertig wird.
Im schlimmsten Fall kommt es zum Streit, bei dem sich alle anschreien, die Aufgaben immer noch nicht fertig sind und der Haussegen schief hängt. Das schlechte Gewissen deinem Kind gegenüber wird dadurch auch nicht kleiner. Hilflosigkeit. Angst, wie es weitergehen soll.
Die fehlende Konzentration kann also enorme Auswirkungen auf euer Familienleben haben.
„Ein zappeliges Kind muss nicht krank sein.“
Dein Kind hat nicht unbedingt ADHS oder eine Störung, nur weil es ihm schwerfällt, sich zu konzentrieren
Kennst du eine der eben genannten Situationen?
Dann möchte ich hier meine Erfahrung mit dir teilen, denn oftmals können die Kinder gar nichts dafür und verhalten sich nicht so, um uns auf die Palme zu bringen und uns zu ärgern.
Meiner Meinung nach hat nicht jedes Kind, das rumzappelt und sich nicht konzentrieren kann, gleich ADHS oder eine „Störung“.
Dein Kind will sich konzentrieren, nur sein Körper lässt es gerade nicht zu
An dieser Stelle zeige ich dir, worauf ich in meiner Arbeit als Erstes schaue, denn hier liegt oft die eigentliche Wurzel.
Wahre Veränderung passiert nicht im Kopf, sondern im Körper.
Wenn ein Kind sich nicht konzentrieren kann, fehlt es fast nie am Wollen. Das Kind will ja. Es kann nur gerade nicht, weil sein Nervensystem noch mit etwas ganz anderem beschäftigt ist. Ein möglicher Grund dafür sind sogenannte frühkindliche Reflexe. Das sind unwillkürliche Bewegungen, die im Baby- und Kleinkindalter überlebenswichtig sind und sich normalerweise mit der Zeit zurückbilden, sobald willkürlich gesteuerte Bewegungen sie ablösen. Man spricht dann davon, dass der Reflex integriert ist.
Ist ein Reflex nicht integriert worden, versucht der Körper, die automatischen Bewegungen ständig zu kompensieren. Das kostet Energie, die dann an anderer Stelle fehlt, genau dort, wo dein Kind sie für die Konzentration bräuchte. Solche Reflexe können dafür sorgen, dass ein Kind ständig rumzappelt und nicht still sitzen kann, dass es sich selbst oder seine Umgebung anders wahrnimmt und sich einfach nicht auf eine Aufgabe einlassen kann. Dein Kind kann in diesem Moment wirklich nichts dafür. Es muss unbewusst so viel Energie aufwenden, um die Reflexe im Zaum zu halten, dass für die eigentliche Arbeit kaum noch etwas übrig bleibt.
Genau hier setzt mein ReflexIntegrationsTraining an. Wie du erkennst, ob bei deinem Kind noch frühkindliche Reflexe aktiv sind und was sich verändert, wenn sie integriert werden, erkläre ich ausführlich in Reflexintegration: die unterschätzte Lösung bei Lernblockaden.
Übrigens wirken sich dieselben Reflexe oft nicht nur auf die Konzentration aus, sondern auch aufs Lesen und Schreiben. Solltest du dich dabei auch wiedererkennen, lohnt sich ein Blick in meinen Artikel darüber, wenn dein Kind nicht gerne liest und schreibt.
Mögliche Ursachen, wenn dein Kind nicht bei der Sache bleiben kann
Schau einfach mal, ob der ein oder andere Punkt hier eine Änderung wert wäre:
Wie sieht eure Ernährung aus?
Ich stelle immer wieder fest, dass die Kinder häufig extrem wenig trinken, und wenn, dann Säfte oder andere zuckerhaltige Getränke. Als Pausensnack ist ein Butterbrot praktisch und abends muss es manchmal auch einfach nur schnell gehen, und dann gibt es eben etwas „Ungesundes“.
Fakt ist: Die Ernährung hat großen Einfluss auf unser Gehirn und damit auch auf die Konzentration.
Wie viele Stunden schläft dein Kind?
Ich meine hier wirklich die Stunden, die dein Kind schläft, nicht die, die es im Bett liegt. Gerade bei den etwas Größeren macht das einen riesigen Unterschied. Immer wieder erzählen mir die Kinder, dass sie ihr Handy im Zimmer haben, um auf Nachrichten von Freunden reagieren zu können. Mich erschreckt das jedes Mal.
Wie viele Stunden hängt dein Kind vor einem Bildschirm?
Auch hier wird das Problem mit dem Alter der Kids sicherlich immer größer. Umso wichtiger, schon im Grundschulalter darauf zu achten und ja, auch wir als Eltern müssen hier ein Vorbild sein.
Und wenn es doch tiefer sitzt?
Manchmal liegen Ernährung, Schlaf und Bildschirmzeit gar nicht am eigentlichen Problem, so wichtig sie sind. Wenn du das Gefühl hast, dass ihr an all diesen Stellschrauben schon gedreht habt und es trotzdem nicht besser wird, lohnt sich ein Blick auf die frühkindlichen Reflexe weiter oben in diesem Artikel.
Wie kannst du dein Kind zu Hause optimal unterstützen?
1
Sorge für eine Ernährung, mit der sich dein Kind besser konzentrieren kann
Es ist extrem wichtig und ich höre nicht auf, es jeder Familie zu sagen: Kinder müssen viel Wasser trinken. Bei einem Grundschulkind reicht etwa ein Liter pro Tag, bei älteren Kindern bis zu anderthalb Liter, bei Sport oder Hitze natürlich noch mehr. Fehlt dem Körper Wasser, kann es schnell zu Lern- und Verhaltensproblemen kommen, zu Müdigkeit oder Lernblockaden.
Wichtig: Der Körper kann stilles Wasser ohne Kohlensäure meist besser verarbeiten. Bevor es aber zum nächsten Kampf mit deinem Kind kommt, versucht es mit einem leichten Tee, einer kleinen Schorle, die einfach nur ein bisschen Geschmack gibt, oder auch mit Kohlensäure. Immer noch besser, als gar nicht oder zu wenig zu trinken.
Stell doch mal zum Lernen ein paar Walnüsse hin. Wenn es ablenkt, biete sie vorher an. Diese Nüsse sehen schon aus wie ein Gehirn und sind sehr gesund. Alternativ kannst du natürlich auch andere Nüsse nehmen und ein paar Gemüsesticks anbieten.
2
Schaffe eine angenehme Atmosphäre, in der dein Kind konzentriert lernen kann
Freu dich auf dein Kind, wenn es aus der Schule kommt. Hab gute Laune und echtes Interesse, aber bohre nicht nach. Dein Kind erzählt, wenn es Lust dazu hat. Frag lieber, was heute Spaß gemacht hat, was lustig war oder auch was es bedrückt oder geärgert hat, je nach Laune deines Kindes. Falls dir die Fragen ausgehen, findest du in 25 alternative Fragen statt „Wie war's in der Schule?“ noch viele weitere Ideen. Du erkennst sofort, wie es ihm geht.
3
Gestalte eine optimale Arbeitsumgebung, in der dein Kind gerne lernt
Wo lernt dein Kind? Im eigenen Zimmer? Am Schreibtisch? Auf dem Fußboden? In der Küche? Am Esstisch? Sprecht darüber, wo dein Kind am liebsten arbeitet. Möchte es, dass du in der Nähe bist? Will es absolute Ruhe? Hilft ihm Musik? Was lenkt in der Umgebung ab oder regt zum Spielen an? Frag dein Kind, wo es meint, am schnellsten arbeiten zu können. Probiert es aus und macht euch gemeinsam Notizen, an welchem Platz, mit welchen Bedingungen es gut geklappt hat. So findet ihr heraus, was deinem Kind guttut, egal wie du darüber denkst oder wie „man“ lernt.
4
Erstellt gemeinsam einen Zeitplan
Erstellt gemeinsam einen Plan. Lass dein Kind entscheiden, wann es mit dem Lernen oder den Hausaufgaben beginnen will. Direkt nach dem Essen? Nachdem es eine halbe Stunde gespielt oder entspannt hat? Frag die Bedürfnisse deines Kindes ab und trefft eine Vereinbarung, an die es sich halten muss.
Lass dein Kind mit einer einfachen Aufgabe starten, die schnell erledigt ist. Das macht Spaß, motiviert und eine Aufgabe kann schon mal abgehakt werden.
5
Behaltet den Überblick
Weiß dein Kind, was es alles zu erledigen hat? Welche Aufgaben anstehen? Wann welche Arbeit geschrieben wird und was es dafür lernen oder üben muss?
Damit der Kopf frei ist, hilft es, einen Übersichtsplan zu erstellen, aus dem schnell ersichtlich ist, wann was gelernt werden muss. Erstellt euch einen Plan, der zum Beispiel mit Klebezetteln bestückt werden kann. So lässt sich auch mal etwas verschieben und Zeiten, die für jede Woche gleich sind, können direkt bestehen bleiben.
6
Sorge dafür, dass dein Kind Pausen macht
Denk an die Aufmerksamkeitsspanne deines Kindes und fangt lieber mit kleinen Einheiten an, zum Beispiel fünf Minuten arbeiten, nachdem alle benötigten Materialien am Arbeitsplatz liegen, dann einmal kräftig recken und strecken und wieder fünf Minuten arbeiten. Statt Minuten könnt ihr auch Einheiten wie eine bestimmte Anzahl Wörter, Sätze oder Matheaufgaben nehmen.
Dann gibt es eine kleine Pause, maximal fünf Minuten: Fenster auf, bewegen, am besten gemeinsam mit Spaß. Tanzt zu fetziger Musik, springt auf dem Trampolin, hüpft und rennt eine kleine Runde ums Haus. Wichtig ist, in der Pause etwas ganz anderes zu machen: bewegen, frische Luft, Wasser trinken.
Die „Fingergymnastik“ an elektronischen Geräten ist damit übrigens nicht gemeint. Auch nach dem Lernen sollten diese Geräte eine Stunde ausgeschaltet bleiben, dann merkt man sich das Gelernte leichter und muss langfristig weniger lernen.
7
Hört Musik, die beide Gehirnhälften anregt
Wenn dein Kind zu denen gehört, die mit Musik gut lernen können, dann probiert doch mal eine spezielle Musik, die sogenannte „bilaterale Hemisphärenstimulation“. Es gibt im Internet eine Menge an Musik, die dein Kind testen sollte. Diese Musik sollte auf jeden Fall mit einem Kopfhörer leise gehört werden.
8
Startet mit einer Übung, die dein Kind ruhig und konzentriert werden lässt
Alle Übungen, bei denen über Kreuz gearbeitet wird, regen die beiden Gehirnhälften an und lassen uns ruhiger und fokussierter werden. Diese Übungen kommen aus der Edu-Kinestetik und sind kein Ersatz für ein ReflexIntegrationsTraining, wirken aber wunderbar als kleines Ritual vor dem Lernen.
Hier gebe ich dir exemplarisch eine Übung mit, die ihr zum Beispiel als Ritual zum Start der Hausaufgaben machen könnt:
- Setze dich bequem auf einen Stuhl, stell deine Füße parallel auf den Boden und atme langsam ein und aus.
Achte dabei auf deinen Atem. - Lege nun den linken Fuß über den rechten Fuß.
- Strecke die Arme so aus, dass die Handflächen nach außen zeigen.
- Lege den rechten Arm über den linken Arm. Die Handflächen berühren sich.
- Falte die Hände, ziehe sie zu dir und verschränke sie.
- Schließe die Augen und atme dreimal tief und langsam ein und aus.
Löse die Verschränkung und mach nun die Übung umgekehrt:
rechter Fuß über den linken Fuß, linker Arm über den rechten Arm.
Schließe die Augen und atme wieder dreimal tief und langsam ein und aus.
9
Sorge für regelmäßige Entspannung
Sorge dafür, dass sich dein Kind regelmäßig entspannt. Da es sicher auch dir guttun wird, macht es wieder gerne gemeinsam. Dazu könnt ihr natürlich klassische Entspannungsmethoden nutzen, oft reicht es aber auch, wenn ihr euch hinlegt und/oder nur mal kurz innehaltet. Vielleicht habt ihr auch eine Fantasiereise, die ihr euch anhören könnt oder die du deinem Kind vorlesen kannst.
10
Gib motivierendes Feedback
Wenn du dein Kind lobst, sei ganz konkret. „Das hast du toll gemacht“ ist viel zu ungenau. Beobachte dein Kind und sag ihm konkret, was heute gut geklappt hat oder worauf du stolz bist. Dabei geht es besonders um die Bemühung und die kleinen Fortschritte.
Frag dein Kind, worauf es stolz ist. Was ist ihm heute gut gelungen?
Und was ist mit dir in diesen Momenten?
Bei all den Tipps für dein Kind möchte ich eine Frage nicht auslassen:
Wie geht es eigentlich dir, wenn der Nachmittag wieder im Chaos zu enden droht?
Die geduldigste Mutter kommt irgendwann an ihre Grenze, das hast du weiter oben in diesem Artikel schon gelesen. Ein Kind, das sich nicht konzentrieren kann, bringt fast automatisch auch das Nervensystem der Mutter in Alarmbereitschaft.
Ihr steckt gemeinsam in derselben Anspannung, auch wenn es scheinbar nur um die Konzentration deines Kindes geht.
Wenn du merkst, dass dir selbst gerade die Ruhe fehlt, um deinem Kind mit Geduld zu begegnen, ist das kein Grund für ein schlechtes Gewissen. In Raus aus Schulstress findest du fünf kurze Techniken, mit denen du in genau solchen Momenten schnell wieder zu dir zurückfindest, bevor du sie an dein Kind weitergibst.
Diese 3 Sätze solltest du dir möglichst verkneifen
„Wie war’s denn heute in der Schule?“
Hast du diesen Satz als Kind gerne gehört? Sicherlich nicht. Lass dein Kind erzählen, wenn es Lust dazu hat, oder motiviere es mit Fragen wie „Was hat denn heute Spaß gemacht?“, „Was hast du denn heute in … gelernt?“ oder „Wer war denn heute der coolste Lehrer?“
Noch mehr Ideen findest du in 25 alternative Fragen statt „Wie war's in der Schule?“
„Jetzt konzentrier dich doch endlich mal!“
Dieser Satz wird nicht funktionieren. Je nach Alter weiß dein Kind gar nicht wirklich, was damit gemeint ist. In diesem Artikel habe ich dir viele Hinweise gegeben, worauf du achten kannst und wie du ihm helfen kannst, die Konzentration zu steigern.
„Nimm dir mal ein Beispiel an …!“
Solch ein Satz setzt dein Kind noch mehr unter Druck und bewirkt oft das komplette Gegenteil, auch wenn er gut gemeint ist.
Häufige Fragen
Ist mein Kind einfach nur faul oder unmotiviert?
Kaum. Kinder, die sich nicht konzentrieren können, wollen in aller Regel genauso wenig scheitern, wie du das für sie willst. Was von außen wie Unlust aussieht, ist meistens ein überfordertes Nervensystem, das gerade mit anderen Dingen beschäftigt ist als mit der Aufgabe vor ihm.
Muss ich mit meinem Kind zum Arzt, wenn es sich gar nicht konzentrieren kann?
Das kannst nur du im Einzelfall einschätzen, am besten gemeinsam mit eurer Kinderärztin oder eurem Kinderarzt. Viele der Ursachen, die ich in diesem Artikel beschreibe, wie Ernährung, Schlaf oder frühkindliche Reflexe, kannst du meist selbst angehen, mit meiner Unterstützung als nächstem Schritt.
Ab wann sollte ich mir wirklich Sorgen machen?
Wenn sich die Konzentrationsschwierigkeiten über Monate ziehen, das Selbstbewusstsein deines Kindes darunter spürbar leidet oder der Familienalltag regelmäßig eskaliert, ist es Zeit zu handeln. Nicht weil etwas Dramatisches vorliegt. Weil es einen Weg gibt, der euch beiden das Leben leichter macht.
Fazit - Ein ruhiger Körper bringt mehr als jede Ermahnung
Ein Kind, das sich nicht konzentrieren kann, braucht selten mehr Ermahnung. Es braucht einen Körper, der zur Ruhe kommt, und eine Umgebung, die zu ihm passt.
Ernährung, Schlaf, Bildschirmzeit, eine feste Struktur und kleine Rituale wie die Überkreuz-Übung schaffen dafür eine gute Grundlage.
Bei manchen Kindern steckt zusätzlich mehr dahinter, zum Beispiel noch aktive frühkindliche Reflexe, und dann lohnt sich ein genauerer Blick.
Am Ende darf dein Kind wieder mit Freude bei der Sache sein und du als Mutter bleibst dabei nicht auf der Strecke.
Meine Empfehlung für deine nächsten Schritte
- Finde heraus, in welchen Situationen sich dein Kind gut konzentrieren kann und in welchen nicht. Wie ist die Arbeitsumgebung? Was könnt ihr aus den guten Situationen in die schwierigeren übernehmen?
- Finde heraus, was dein Kind beim Lernen ablenkt. Sind es eher die äußeren Ablenkungen, wie ein überfüllter Schreibtisch, Geräusche, Bewegungen oder andere Menschen im Raum? Oder lässt es sich immer wieder durch eigene Gedanken ablenken? Lass dein Kind eine kleine „Gedankenkiste“ basteln. Immer wenn ein Gedanke stört, wird er aufgeschrieben und kommt in dieses Kästchen. Dann besteht auch nicht die Angst, dass ein wichtiger Gedanke nachher verloren ist.
- Suche dir aus meinen Tipps maximal zwei heraus, die du jetzt umsetzen willst, und erforsche gemeinsam mit deinem Kind, was euch beiden guttut.
Und wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass bei deinem Kind wahrscheinlich mehr dahintersteckt als Ernährung oder Schlaf, dann lass uns gemeinsam hinschauen. Im Beratungsgespräch zur Reflexintegration finden wir in Ruhe heraus, ob frühkindliche Reflexe bei deinem Kind eine Rolle spielen und was der nächste sinnvolle Schritt für euch beide ist.


Das ich gerne und auch gut mit Musik lerne, wusste ich noch von mir selbst. Deshalb war selbstverständlich, dass meine Kinder auch Musik hören dürfen beim Lernen und Hausaufgaben machen. Aber wie wichtig und hilfreich Bewegung beim Lernen ist und dass ich beim Gehen besser denken kann, hab ich erst sehr spät verstanden. Seither laufen die Kinder und ich beim Lernen.
Die „Überkreuz“-Übung ist echt super. Da merkt man richtig, wie Fokus und Konzentration zurück kommen. Diese Übung lieben wir alle! Danke Dafür!