Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich in meiner Schulzeit nach Hause kam und erst einmal von meiner Mutter gefragt wurde: "Na, wie war's denn in der Schule?"

Oh, wie habe ich diese Frage gehasst. Aber was das schlimmst an dieser Frage ist:
Ich habe mich dabei erwischt, wie ich sie meinen eigenen Kindern gestellt habe.

Grrrrr, das wollte ich doch nie machen ... und dann rutscht sie mir doch raus. Und? Was bekam ich für Antworten?
Die gleichen, die Generationen vor mir auch von ihren Kinder bekommen haben:

"Gut"

"Ok"

"Wie immer"

"Keine Ahnung"

"Weiß nicht"

"Langweilig"

"Blöd"

"Sch ...."


Na ja, diese Frage verleitet ja auch dazu mit nur einem Wort zu antworten. Nur blöd, dass wir dann immer noch nicht schlauer sind und die Kinder sind genervt und haben gar keine Lust mehr mit uns zu reden.

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Was kannst du tun, um mehr von deinem Kind zu erfahren:

# Tipp 1 

Überprüfe deine Haltung

Überprüfe mal deine Haltung - willst du wirklich wissen, was dein Kind erlebt hat oder stellst du diese Frage automatisch, ohne für eine Antwort wirklich Zeit zu haben? Kinder merken, ob du wirkliches Interesse hast, nur neugierig bist oder diese Frage automatisiert stellst. Wenn du also nachfragst, und dein Kind möchte etwas loswerden, dann hab auch die Zeit und Geduld mit deinem Kind zu sprechen.

# Tipp 2 

Schaffe ein Ritual

Überlegt euch ein Ritual - wann sprecht ihr über die Schule? Schaffe eine schöne Atmosphäre, in der dein Kind auch Lust hat zu erzählen. Manche Kinder wollen erst einmal abschalten und blocken bei Fragen sofort ab. Nimm dir Zeit - frag nicht zwischen Tür und Angel oder während du noch mit etwas anderem beschäftigt bist.

# Tipp 3 

Gehe mit gutem Beispiel voran

Geh auch hier mit gutem Beispiel voran und lebe das vor, was du von deinem Kind erwartest. Niemand will einfach ausgefragt werden und es soll sich auch nicht nach einem Verhör anfühlen. Erzähl auch du, was du erlebt hast, worüber du dich gefreut hast, was dich geärgert hat oder vereinbart, dass dein Kind dich auch alles fragen darf.

# Tipp 4 

Ideen für 25 alternative Fragen

Ich habe dir einige Alternativen zusammengestellt, die dich dabei inspirieren sollen die Fragen mit deinen Worte zu formulieren.
Du spürst, wie es deinem Kind geht und welche Frage passend ist - bitte such dir immer eine Frage heraus und wenn dein Kind anfängt zu erzählen,
dann ergibt sich daraus ein Gespräch.

  1. Was hast du heute richtig toll gemacht? Worauf bist du stolz?
  2. Erzähl mal, was war denn heute richtig spannend?
  3. Mit wem hast du heute gelacht und Spaß gehabt?
  4. Erzähl mir eine Sache, die du heute gelernt hast
  5. Was war denn heute die lustigste Situation?
  6. Gibt es etwas, was dich beschäftigt, wobei ich dir vielleicht helfen kann?
  7. Hat dich heute jemand geärgert oder war unhöflich zu dir?
  8. Gibt es etwas, was dich traurig gemacht hat?
  9. Was hast du denn heute gelernt, das du ganz spannend findest und worüber du mehr erfahren möchtest?
  10. Welches war heute der schönste Moment in der Schule?
  11. Was hast du in der Pause gespielt - und mit wem?
  12. Gab es heute einen "schlimmsten Moment" in der Schule?
  13. Gibt es jemanden, mit dem du gerne dein Pausenbrot getauscht hättest - und warum?
  14. Welches Fach hat die heute am meisten Spaß gemacht ... und warum?
  15. Konntest du heute einem anderen Schüler helfen?
  16. Hast du heute jemandem ein Kompliment gemacht - oder hast dir jemand etwas schönes gesagt?
  17. Wie fühlst du dich in der Klasse?
  18. Wenn du einen Wunsch frei hättest - was würdest du dir in der Klasse wünschen?
  19. Erklär mir doch mal, das Spiel, das ihr heute im Sportunterricht gemacht habt.
  20. Erzähl mir mal was "Arbeit an Stationen" bedeutet - bei mir gab es so etwas damals nicht.
  21. Habt ihr heute gelesen? Hast du laut vorgelesen?
  22. Wie fängt der Tag denn bei euch an? Habt ihr Rituale, die ihr jeden Morgen macht?
  23. Wenn du heute hättest Lehrer sein dürfen, was hättest du anders gemacht?
  24. Gab es heute eine Stunde, in der du dich gelangweilt hast? Warum?
  25. Hast du heute etwas ungerechtes erlebt? Was ist denn passiert?

# Tipp 5 

Was du beim Fragen noch beachten solltest

Wenn du Fragen stellst, denk daran

  • Stelle konkrete Fragen, so dass dein Kind merkt, dass du auch wirkliches Interesse hast:
    "Hast du heute deine Hausaufgaben vorgelesen - nachdem du dir gestern so viel Mühe gegeben hast?"
    "Wie war das Referat heute? Was ist gut gelaufen?"
    "Hast du mit ... heute in der Pause wieder gespielt? Habt ihr euch wieder vertragen?"
  • Quatsch nicht dazwischen, sondern lass dein Kind erzählen
  • Zeig deinem Kind, dass du zugehört hast und frage nach, was es genau meint. Sag ruhig, dass du darüber mehr erfahren möchtest und was dich daran interessiert
  • Ermutige dein Kind mehr zu erzählen
  • Frag nach den Gefühlen deines Kindes, aber bewerte sie nicht
  • Bedanke dich bei deinem Kind für sein Vertrauen, seine Ehrlichkeit

Bei einem wertschätzenden und vertrauensvollem Umgang wird dein Kind bei Sorgen oder Problemen automatisch zu dir kommen und um Hilfe bitten.

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Silke Karsten

Mutter, Coach, Trainerin

Silke Karsten hat sich auf das Coaching von Familien spezialisiert, bei denen das Thema Schule den Alltag dominiert. Sie bietet gerade bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten alternative Möglichkeiten an, die den Kindern langfristig helfen und die sie mit ihren eigenen Kindern umgesetzt hat.
Sie lebt mit ihrer Familie in Bonn, liebt das Reisen - besonders nach Südafrika - und genießt gerne das Leben.