• Beim Lesen gibt es zu Hause ständig Streit & Stress
  • Dein Kind macht viele Rechtschreibfehler
  • Die Schrift kann man kaum entziffern
  • Dein Kind bekommt ständig die Rückmeldung mehr zu üben

In diesem Artikel lernst du Hinweise kennen, an denen du erkennen kannst, warum dein Kind nicht gerne liest und schreibt. Ich erkläre dir, was das bedeutet und werde dir zu jedem Hinweis eine Übung zeigen, die du gemeinsam mit deinem Kind machen kannst. Ich werde dir kurz erläutern, wie du dein Kind zu Hause optimal unterstützen kannst und welche nächsten Schritte ich dir empfehle.

Hat dein Kind einfach keine Lust oder gibt es wirklich ein Problem - hat es vielleicht sogar Legasthenie?

Erst einmal vorneweg: wenn dein Kind keine oder wenig Lust hat zu lesen und/oder zu schreiben – du hast nichts, aber auch gar nichts falsch gemacht. Ich weiß aus meinem Beratungsalltag, dass gerade die Mütter, die selbst gerne lesen und viele Bücher im Haus haben, damit hadern, wenn ihr Kind nicht lesen will.

Wichtig ist herauszufinden, warum das so ist. Interessiert sich dein Kind einfach nicht dafür, ist es nicht neugierig darauf lesen zu können oder gibt es ein Problem in der Entwicklung und dein Kind kann es einfach nicht? Vielleicht könnte eine Lese-Rechtschreib-Schwäche dahinterstecken. Wenn du das vermutest, schau dir hier an, was darauf hinweisen könnte:

  1. Die Augen - visuelle Wahrnehmung
  2. Die Hände - Feinmotorik, um schreiben zu lernen
  3. Die Auge-Hand-Koordination
  4. Die Ohren - auditive Wahrnehmung
  5. Die Raumorientierung

Mögliche Hinweise, die darauf hindeuten, dass dein Kind eine LRS haben könnte

Wenn ein Kind merkt, dass es etwas nicht gut kann oder es gar nicht klappt – malen, lesen, schreiben, Fahrrad fahren, Ball fangen, was auch immer - verweigert es diese Tätigkeit, weil es einfach weiß, dass es damit Probleme hat. Kinder kompensieren und legen dann eine andere Verhaltensweise an den Tag: versuchen etwas zu überspielen, es ins Lustige zu ziehen. Was sie aber niemals machen: sie tun es nicht, um uns zu ärgern oder auf die Palme zu bringen.

Im Kindergarten umgehen sie z.B. das Malen, in der Schule werden sie vielleicht zum Klassenclown oder aber sie ziehen sich zurück, wirken eher verträumt und gar nicht anwesend.

Willst du auch herausfinden, warum sich dein Kind so quält?


Dann hole dir hier meine Checkliste und Übungen, mit denen du dein Kind unterstützen kannst.


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Hinweis 1:
Die Augen - visuelle Wahrnehmung

Kennst du dieses Verhalten?

Dein Kind kneift die Augen zusammen wenn es auf die Buchseiten oder das Heft schaut. Es reibt sich oft die Augen, wird beim Lesen sehr schnell müde – und unkonzentriert. Vielleicht fällt es ihm auch schwer die Zeilen beim Lesen zu halten und es verrutscht schnell, lässt ganze Silben oder Wörter aus. Manche Kinder lesen zwar, aber da es sehr mühsam ist und sie die Laute nicht verbinden (können), wissen sie hinterher gar nicht, was sie gelesen haben. Das Leseverständnis ist nicht da.

Was bedeutet das?

Es könnte sein, dass dein Kind sehr lichtempfindlich ist. Für diese Kinder ist es sehr anstrengend auf weißes Papier zu schauen und zu lesen.

Beim Lesen werden in der Regel ca. zwei bis drei Buchstaben in der Mitte eines Wortes fixiert und dann überspringt das Auge - je nach Lesekompetenz - etwa fünf bis neun Buchstaben und fixiert dann erneut. Diese ruckartigen Augenbewegungen, die man Sakkaden nennt, spielen beim Lesen eine wichtige Rolle. Sind die Sakkaden beim Kind sehr kurz oder ungenau, so erschwert das den Leseprozess.

Viele Legastheniker haben ein Problem mit der Akkommodation – bei ihnen dauert das Umschalten und Scharfstellen zwischen einem Nah- und einem Fernpunkt einige Sekunden. Möglicherweise kann das Bild nicht scharf gehalten werden und der Text verschwimmt. Auch das ist anstrengend und ermüdend. Ebenso, wenn möglicherweise eine sogenannte Phorie besteht. Dabei dreht sich ein Auge vom fixierten Punkt weg. Das Gehirn kann das kompensieren, was jedoch anstrengend ist und wiederum zu Kopfschmerzen, verschwommenem Sehen oder zu Doppelbildern führen kann.

Was kannst du jetzt tun?


Um die Augen zu entspannen, hilft das sogenannte „Palmieren“, eine Übung nach Dr. Bates. Mache die Übung erst selbst, um sie dann deinem Kind zu erklären. Gerade vor den Hausaufgaben oder einer gemeinsamen Lesezeit ist es ein schönes Ritual. Die Übung sollte 30-60 Sekunden dauern.

  • Reibe deine Handflächen ein paar Sekunden schnell aneinander, bis sie warm werden.
  • Bedecke deine geschlossenen Augen mit den hohlen Handflächen, so dass kein Licht mehr durchfällt. Die Augen werden dabei nicht berührt.
  • Entspanne dich und atme 2-3 Mal tief ein und aus.

Nur wenn man Schwarz sieht, sind die Augen entspannt. Sieht man z.B. Lichtblitze, ist das ein Zeichen dafür, dass die Augen gestresst sind.

Diese Übung ist übrigens auch bei häufiger Nutzung von Bildschirmen jeglicher Art sehr sinnvoll.

Jünge hält sich mit beiden Händen die Augen zu

Hinweis 2:
​Die Hände - Feinmotorik, um schreiben zu lernen

Kennst du dieses Verhalten?

Beobachtest du, dass dein Kind den Stift „komisch“ oder total verkrampft hält? Vielleicht auch das Besteck? Kannst du die Handschrift deines Kindes schlecht oder gar nicht entziffern? Vielleicht kennst du auch die Probleme beim Knöpfen oder Binden von Schleifen?

Was bedeutet das?

Kinder, die den Stift verkrampft halten, drücken ihn sehr fest auf und müssen dadurch beim Schreiben viel Energie aufwenden. Das ist anstrengend und nach ein paar Minuten haben sie gar keine Kraft mehr zu schreiben. Die Hand tut ihnen dadurch oft weh und sie ermüden schnell. Da sie auch eher langsam schreiben, steht nach ein paar Minuten noch nicht viel auf dem Papier, sie werden mit ihren Aufgaben meist nicht fertig, haben noch nicht alles abgeschrieben, müssen oft die Aufgaben nachholen und kommen so immer wieder in Verzug.

Ein Kind, das seine ganze Energie auf den Schreibprozess lenken muss und keine automatischen Abläufe entwickeln kann, kann dem Unterricht inhaltlich kaum folgen.

Was kannst du jetzt tun?


zerknülltes Papier in einer Hand

Gib deinem Kind – je nach Alter und Größe der Hände – ein DIN A4 (A5 oder A6) Blatt in eine Hand. Dieses Blatt soll es mit einer Hand, ohne weitere Zuhilfenahme, zerknüllen und anschließend wieder auseinander „falten“. Schwieriger wird es noch, wenn dein Kind diese Aufgabe parallel mit beiden Händen macht – also in jeder Hand ein Blatt zerknüllt und wieder „entfaltet“.

Hinweis 3:
Die Koordination der Augen und Hände

Kennst du dieses Verhalten?

Dein Kind schreibt sehr langsam ab – auch, oder besonders von der Tafel? Es kann schlecht die Linie beim Schreiben halten? Es fällt ihm schwer einen Ball zu fangen oder den Schlüssel ins Schlüsselloch zu stecken?

Was bedeutet das?

Bei der Auge-Hand-Koordination werden die Handbewegungen mit den Augen verfolgt, das heißt, dass z.B. beim Schreiben, Basteln oder Malen die Augen die Bewegungen der Hände erfassen müssen. Dein Kind braucht also eine entsprechende Wahrnehmung für seine Hände. Dies ist eine sehr komplexe Aufgabe, da hierbei visuelle und motorische Fähigkeiten gleichzeitig benötigt werden.

Wenn man beginnt in einer Linie zu schreiben, schicken die Augen visuelle Informationen an das Gehirn, um darüber zu informieren, wo die Hand platziert ist. Damit erzeugt das Gehirn Anweisungen, um die Hand zu bewegen und Linien und Formen zu schreiben, aus denen Buchstaben werden.

Was kannst du jetzt tun?


Sucht euch Bilder/Rätsel mit einem Linien-Labyrinth, so dass dein Kind eine Linie vom Start- zum Zielpunkt mit dem Stift – und somit auch mit den Augen – verfolgen muss. Auch hier kannst du mit einer einfachen Variante beginnen und es Stück für Stück ein bisschen erschweren:

  • Es gibt nur eine Linie, die nur mit den Augen verfolgt wird
  • Es gibt nur eine Linie, die nachgemalt wird
  • Es gibt mehrere Linien, von denen eine nachgemalt wird
Linien-Labyrith für Kinder im Comic-Stil

Hinweis 4:
Die Ohren - auditive Wahrnehmung

Kennst du dieses Verhalten?

Lässt sich dein Kind durch Nebengeräusche schnell ablenken? Fühlt es sich in lauter Umgebung oder in einer großen Gruppe eher unwohl? Macht es einen unkonzentrierten Eindruck, ist verträumt und eher abwesend, oder wirkt es ängstlich und ist sehr geräuschempfindlich, zuckt sogar zusammen?

Fragt dein Kind häufig nach, wenn du mit ihm sprichst? Verwechselt es Silben oder Wörter, die ähnlich klingen, wie z.B. Kasse / Tasse. Es kennt zwar alle Buchstaben, kann sie aber schlecht zu Silben bzw. Wörtern verbinden? Liest zwar gut, kann den Inhalt aber nicht wiedergeben? Sind die Leistungen zu Hause besser als in der Schule?

Was bedeutet das?

Wenn Kinder Mühe haben Gehörtes aufzunehmen und sich zu merken, kann das ein Hinweis auf die schlechte auditive Verarbeitung und Wahrnehmung sein. Dies ist der Prozess, den Schall aufzunehmen, ihn weiterzuleiten, die Bedeutung zu verstehen, zu erfassen und einzuordnen.

Diese Kinder haben auch Schwierigkeiten Nebengeräusche auszublenden und sich auf das eigentliche Gespräch zu konzentrieren. Dies geschieht unbewusst.

Wichtig ist auch, auf welcher Seite das dominante Ohr ist, denn wenn das linke Ohr das Dominate ist, erfolgt die Weiterleitung über eine „Umleitung“ und das Kind hört zeitverzögert.

Was kannst du jetzt tun?


SilbenTabelle

Um die auditive Merkfähigkeit zu verbessern, kannst du deinem Kind sinnfreie Silben vorsprechen und von ihm wiederholen lassen. Ziel sollte es sein, sich 6 Silben zu merken, bzw. – je nach Alter des Kindes – eine Silbe weniger als das Alter. Ein 6-jähriges Kind sollte also 5 Silben wiederholen können. Beginne mit 2 Silben und steigere erst langsam. Habt gemeinsam Spaß dabei.

Tauscht doch auch einmal: dein Kind sucht sich aus der Liste Silben heraus und spricht sie dir vor und du wiederholst die Silben.

Hinweis 5:
Die Raumorientierung

Kennst du dieses Verhalten?

Kinder, die eine schlechte Raumorientierung haben, verdrehen gerne die Reihenfolge der Buchstaben beim Lesen – dann wird aus „mit“ schnell ein „Tim“ oder aus „lieb“ wird „Leib“. Auch Buchstaben werden verdreht, wie z.B. b/d, p/q, u/n und auch Zahlen werden verdreht, wie 25 / 52.

Beim Schreiben fängt jede Zeile an einer anderen Stelle an, Abstände zwischen den Worten oder auch zwischen den Buchstaben eines Wortes werden nicht eingehalten oder sind viel zu groß. Das Schriftbild ist oft unleserlich und das Abschreiben – besonders von der Tafel – fällt den Kindern sehr schwer, da sie sich jedes Mal auf der Tafel neu orientieren müssen, an welcher Stelle sie gerade sind.

Was bedeutet das?

Die räumliche Vorstellung eines Buchstabens ist also wichtig, um ihn schreiben zu können. Wenn dein Kind keine Raumorientierung hat, dann nimmt es nicht wahr, ob der „Bauch“ eines Buchstabens links oder rechts ist, wie beim d oder b. Zeigt der Strich nach oben oder unten, ist es also ein d oder q bzw. ein b oder p?

Auch beim Abschreiben, besonders von der Tafel, muss immer wieder neu geschaut werden, bis wohin es abgeschrieben hat, an welcher Stelle geht es weiter. Hinzu kommt noch die notwendige Akkommodation, wie oben beschrieben – sollte das Kind auch hier Probleme haben, ist es noch schwieriger: das Kind braucht mehr Zeit, wird oft nicht fertig, hat dann z.B. nicht alle Hausaufgaben von der Tafel abgeschrieben und die Spirale dreht sich weiter nach unten.

Normalerweise nimmt jedes Auge das betrachtete Objekt aus einem etwas anderen Blickwinkel wahr. Dadurch entstehen zwei Bilder, die sich überlappen. Das Gehirn fügt beide Bilder zu einem Gesamtbild zusammen, was wiederum für die räumliche Wahrnehmung wichtig ist. Kinder können dies meist gut kompensieren, es ist für sie aber sehr anstrengend.

Was kannst du jetzt tun?


Benenne im Alltag immer wieder die Lage eines Gegenstandes, wie z.B. „Leg das Messer rechts vom Teller hin, die Gabel links vom Teller und den Löffel oberhalb des Tellers.“

Erstelle ein kleines Muster, wie rechts in den Beispielen. Lass dein Kind das Muster fortsetzen und benennen, was es tut:

Ich zähle 2 Kästchen von oben, setze dort den Stift an und zeichne jetzt ein Kästchen nach rechts, 3 nach unten, 2 nach rechts, 4 Kästchen nach oben, 1 nach rechts, 2 nach unten, 1 nach rechts und wieder 1 Kästchen nach oben - dann fängt das Muster wieder von vorne an.

Was bedeutet es, wenn du dein Kind hier wiedererkannt hast?

Selbst wenn du dein Kind an der ein oder anderen Stelle wiedererkannt hast, vielleicht sogar bei mehreren Hinweisen, dann habe ich gute Nachrichten für dich:

1. All diese Symptome haben nichts mit möglicherweise fehlender Intelligenz zu tun
2. Du hast nichts falsch gemacht
3. All dies sind körperliche Symptome, gegen die man etwas tun kann

Die körperlichen Reaktionen, die ich oben beschrieben habe, sind auf noch (teilweise) aktive frühkindliche Reflexe zurückzuführen. Reflexe sind unbewusste motorische Reaktionen, ausgelöst durch Sinneseindrücke wie Sehen, Hören oder Fühlen. Diese Bewegungsmuster sind zur Bildung von Nerven- und Synapsenverbindungen notwendig. Aus den unwillkürlichen Bewegungen wird der Muskeltonus ausgebildet und die Bewegungen werden nach und nach durch bewusste Bewegungen, wie Drehen, Robben, Krabbeln und Laufen abgelöst.

Sind die Reflexe nicht vollständig integriert, bedeutet das, dass sie weiterhin noch ausgeführt werden – automatisch und unbewusst. Für den Körper ist es eine große Kraftanstrengung diese Reflexe zu kontrollieren. Für Betroffene entsteht ein Gefühl der Überforderung und die Kraft und Aufmerksamkeit fehlt damit an anderer Stelle – beim Lesen, Schreiben, Lernen.

Mit einem speziellen Bewegungsprogramm können diese Reflexe – egal in welchem Alter – integriert werden und bieten so die Möglichkeit dem Kind Erleichterung zu schaffen.

Willst du auch herausfinden, warum dein Kind sich so schwer tut?

Dann hole dir hier meine Checkliste und Übungen, mit denen du dein Kind unterstützen kannst.

Wie kannst du dein Kind zu Hause optimal unterstützen?

So kannst du das Selbstbewusstsein deines Kindes stärken

Kinder, die die oben genannten Schwierigkeiten haben, verlieren oft ihr Selbstbewusstsein. Richte deinen Blick immer wieder auf das, was dein Kind gut kann und stärke es darin – egal, was es ist:

  • eine Sportart
  • das Spielen eines Musikinstrumentes
  • viel Fantasie beim Spielen mit Playmobil
  • Kreativität beim Bauen mit Lego
  • den Tisch liebevoll zu decken oder
  • Kuchen zu backen

Diese Liste könnte ich endlos weiterschreiben. Auch wenn du dir Sorgen machst, schreibe dir ganz bewusst jeden Abend auf, was du an deinem Kind bewunderst, worauf du stolz bist, warum du es liebst, so wie es ist. Dadurch, dass du es dir jeden Tag bewusst machst, wird sich etwas in eurer Familie verändern.

Mit deinem Kind kannst du ein schönes Plakat gestalten, auf dem ihr alles aufschreibt, was es gut kann, woran es Spaß hat, was ihm leicht gelingt. Lasst eurer Phantasie freien Lauf: schneidet Bilder aus Zeitschriften aus, klebt Fotos auf oder übt auch dadurch das Schreiben.

So kannst du helfen, die Konzentration zu steigern

Finde heraus, was genau dein Kind vom Lernen ablenkt – sind es die Gedanken, die im Kopf herumschwirren oder sind es die äußeren Gegebenheiten: der Arbeitsplatz, die Geräusche, die spielenden Geschwister oder das Geschirr, wenn du die Spülmaschine ausräumst, um nur einige Beispiele zu nennen.

Sind es die Gedanken, dann legt eine kleine „Gedankenkiste“ an, in die alle Gedanken, auf einen Zettel geschrieben vor dem Lernen hineinkommen. Hilf hier deinem Kind: schreib du die Zettel in gut zu lesenden Druckbuchstaben und nutzt diese Situation direkt als spielerische Lernsituation.

Stören die äußeren Gegebenheiten, überlegt, wie ihr sie verändern könnt. Übrigens, ein aufgeräumter Schreibtisch lenkt weniger ab und auch der Kopf ist aufgeräumter!

Macht vor dem Lernen eine kleine Entspannungsübung, nach 15-20 Minuten eine kleine Pause, in der ihr das Fenster aufmacht, euch bewegt und ein Glas Wasser trinkt. Mach einfach mit, dann fällt es auch deinem Kind leichter, legt fetzige Musik auf, habt Spaß und dann nach 5 Minuten wird weitergearbeitet.

So motivierst du dein Kind zum Lesen

Geht gemeinsam in die Bücherei oder in ein Buchgeschäft – lass dein Kind entscheiden, zu welchem Thema es gerne etwas lesen möchte. Fangt mit Büchern in großer Schrift an und lass dein Kind entscheiden, was es lesen möchte, z.B. nur alle Wörter mit 2 oder 3 Buchstaben. Alle anderen Wörter liest du. Steigert es dann Stück für Stück, längere Wörter, kleine Sätze. Ihr könnt auch gleichzeitig lesen, damit dein Kind lernt, die Silben richtig zu verbinden.

Wichtig ist, dass du selbst in einem guten Zustand bist, das du gelassen und ruhig bleibst. Sollte es dir mal nicht gut gehen, lass lieber deinen Partner, die Oma oder ein großes Geschwisterkind mit ihm lesen.

So entspannst du die Hausaufgabensituation

1. Schaffe klare Regeln für eine klare Struktur

Erstelle gemeinsam mit deinem Kind Regeln für den Tagesablauf eines Schultages. Legt fest, wann die Hausaufgaben gemacht werden sollen - z.B. könntet ihr nach dem Mittagessen eine Spielzeit von 30 Minuten vereinbaren und erst dann werden die Hausaufgaben gemacht.

Sind die Kinder in diese Planung mit eingebunden und dürfen hier ihre Wünsche äußern, die auch respektiert und berücksichtigt werden, sind sie eher bereit sich auch daran zu halten.

2. Sorge für eine entspannte Atmosphäre

Schaffe eine schöne, angenehme Atmosphäre wenn dein Kind aus der Schule kommt. Freue dich auf dein Kind und hab gute Laune. Löchere dein Kind nicht mit Fragen, denn kein Kind hört gerne: "Na, wie war's denn in der Schule? Erzähl doch mal." Hab echtes Interesse, aber bohre nicht nach. Dein Kind erzählt, wenn es Lust dazu hat. Frage, was heute besonders Spaß gemacht hat, was am lustigsten war oder was es bedrückt oder geärgert hat - je nach Stimmung deines Kindes. Du erkennst ja sofort, wie es deinem Kind geht.

3. Biete deine Hilfe zur Selbsthilfe an

Denke immer daran: es sind die Aufgaben des Kindes, nicht deine! Setze dich - je nach Alter - nur zur gemeinsamen Planung neben dein Kind, danach bist du jederzeit ansprechbar, sitzt aber nicht daneben. Bei Verständnisschwierigkeiten stelle Fragen, ermuntere Beispiele zu finden, frage, wie dein Kind jetzt vorgehen könnte oder lass dir erklären, was dein Kind verstanden hat - biete also eine Hilfe zur Selbsthilfe an, damit dein Kind zunehmend selbstständiger lernen kann. Richte den Fokus darauf, was es schon alles geschafft hat, was es richtig gemacht hat, welche Stärken es hat.

4. Erkenne die Bemühungen deines Kindes an
Erkenne die Bemühungen an. Freue dich auch über kleine Fortschritte. Lobe ganz konkret, was dein Kind gut gemacht hat.

Das solltest du versuchen zu vermeiden

  1. Solltest du mal genervt und nervös sein, einfach einen schlechten Tag gehabt haben, wird sich dein Gefühl auf dein Kind übertragen, selbst wenn du versuchst es zu „überspielen“. Gib es einfach zu, sprich es laut aus und wenn möglich, gebe die Aufgabe einem anderen Familienmitglied.
  2. Es könnte sein, dass gut gemeinte Motivationssätze dein Kind stressen und es sich unter Druck fühlt. Lass solche Sätze, wie
    „Komm, heute klappt es bestimmt viel besser." 
    „Das schaffst du schon.“
    „Schau mal, dein Bruder schafft das auch und ist jünger als du.“ 
    einfach weg.
  3. Bestimme nicht allein, wann dein Kind üben oder lernen soll.
  4. Lasse nicht sämtliche Tests mit deinem Kind durchführen, um ihm zu vermitteln, dass mit ihm etwas nicht stimmt.

Meine Empfehlung für deine nächsten Schritte

  1. Glaube an dein Kind, gib ihm positive Rückmeldungen, ermögliche ihm positive Erlebnisse und liebe es bedingungslos.
  2. Suche dir von den genannten Übungen eine oder zwei heraus und fange damit an. Gehe langsam, Schritt für Schritt, in dem Tempo deines Kindes.
  3. Wenn nicht schon geschehen, lasse von Fachärzten, wie Augenarzt und HNO, prüfen, ob organisch alles ok ist. Vielleicht gibt es in deiner Nähe Fachärzte, die sich auf Kinder spezialisiert haben. Auch wenn hier nichts festgestellt wird – worüber du dich freuen solltest – kannst du zusätzlich zu einem Optometristen bzw. Pädaudiologen gehen.
  4. Hol dir gerne meine Checkliste, damit du für dich mehr Klarheit gewinnst

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Denk immer daran: jedes Kind & jede Familie ist einzigartig.

Silke Karsten

Mutter, Coach, Trainerin

Silke Karsten hat sich auf das Coaching von Familien spezialisiert, bei denen das Thema Schule den Alltag dominiert. Sie bietet gerade bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten alternative Möglichkeiten an, die den Kindern langfristig helfen und die sie mit ihren eigenen Kindern umgesetzt hat.
Sie lebt mit ihrer Familie in Bonn, liebt das Reisen - besonders nach Südafrika - und genießt gerne das Leben.