Jeder kann beim Thema Schule mitreden, denn wir haben alle unsere Erfahrungen gesammelt.
Martina bekommt die Krise, wenn es ans Lernen mit ihrem Sohn geht. Er gibt sich wirklich Mühe, lernt, ist fleissig, aber es will einfach nicht in seinen Kopf rein und vor allem nicht dort bleiben. Martina hat das Gefühl von „täglich grüßt das Murmeltier“, denn die Erinnerungen an ihre eigene Schulzeit kommen täglich wieder hoch. Auch sie hat sich schwer getan und immer „durchgekämpft“, musste immer länger lernen als ihre Freundinnen, damit es klappt.
Sie versteht ihren Sohn so gut und weiß nicht, wie sie ihm am besten helfen soll.
Eva dagegen versteht ihre Tochter gar nicht – sie kann es einfach nicht nachvollziehen, denn ihr selbst fiel es in der Schule total leicht. Hatte sie einmal etwas gehört oder geschrieben, hat sie es sich gemerkt. So geht es ihr heute auch noch.
Warum fällt es dann ihrer Tochter so schwer? Warum nimmt sie die vielen guten Tipps ihrer Mutter nicht an?
Du stehst jetzt als Elternteil vor der Herausforderung, dein Kind durch seine Schulzeit zu begleiten.
Doch was wir dabei oft übersehen, ist, wie stark unsere eigenen Erfahrungen unser Verhalten beeinflussen.
Wie kannst du dein Kind unterstützen, ohne dass deine eigenen Erlebnisse und Erwartungen alles dominieren?

Was passiert, wenn Eltern und Kinder unterschiedlich „ticken“
Unsere eigene Schulzeit hinterlässt Spuren, die wir oft unbewusst an unsere Kinder weitergeben.
Wenn du selbst z.B. Schwierigkeiten in Mathe hattest, verfällst du bei Matheproblemen des Kindes leichter in Panik.
Wenn du aber selbst sehr erfolgreich in der Schule warst, hast du vielleicht hohe Erwartungen an dein Kind, weil du gar nicht verstehen kannst, warum dein Kind sich schwerer tut.
Diese Prägungen wirken oft im Hintergrund, beeinflussen aber, wie wir auf die Schulerfahrungen unserer Kinder reagieren.
Wiederholst du unbewusst deine eigenen Ängste oder Erwartungen?
Ein häufiger Fall: Eltern, die selbst negative Erfahrungen in der Schule gemacht haben, projizieren diese auf ihre Kinder.
Vielleicht merkst du, dass du besonders streng bist, weil du Angst hast, dass dein Kind die gleichen Fehler macht wie du.
Meine Kundin Sarah erinnerte sich noch gut an ihre Unsicherheit in der Schule. Heute fällt es ihr schwer, ihrem Sohn die Freiheit zu lassen, seine eigenen Wege zu gehen. Bei jeder kleinen Schwierigkeit hat sie Angst, dass er genauso leiden muss wie sie damals.
Was du tun kannst, wenn du dich hier wiedererkennst
Erkenne deine eigenen Ängste und reflektiere, ob sie wirklich auf dein Kind zutreffen. Versuche deinem Kind Raum für eigene Erfahrungen zu geben.
Verstehst du die Schwierigkeiten deines Kindes nicht, weil deine eigene Schulzeit so problemlos war?
Einigen fällt es schwer, die Herausforderungen ihrer Kinder nachzuvollziehen, weil ihre eigene Schulzeit reibungslos verlief.
Vielleicht wunderst du dich, warum dein Kind sich so schwer tut – schließlich warst du doch auch immer gut in der Schule und hast alles problemlos gemeistert, so wie Eva.
Der Vergleich kann dein Kind aber unter Druck setzen – auch wenn du nur das Beste für dein Kind willst und ihm tolle Tipps weitergibst, die bei dir funktioniert haben.
So, wie die Situation von Eva: Für sie war Schule immer leicht. Sie versteht nicht, warum ihre Tochter so oft überfordert ist und gerät immer wieder an ihre Grenzen, weil sie an den Herausforderungen ihrer Tochter einfach verzweifelt.
Was du tun kannst, wenn du dich hier wiedererkennst
Versuche, dein Kind ohne den Vergleich mit deiner eigenen Schulzeit zu sehen. Frage nach, was ihm wirklich schwerfällt, und höre aktiv zu, um seine Perspektive besser zu verstehen.
Deine Vergangenheit bestimmt nicht die Zukunft deines Kindes - entdecke neue Wege, wie du dein Kind unterstützen kannst.
Wenn die Eltern unterschiedliche Schulerfahrungen hatten
Und manchmal prallen zwei Welten aufeinander: Vielleicht hatte der Vater eine schwierige Schulzeit und ist eher nachsichtig, während die Mutter hohen Leistungsdruck spürt und diese Erwartungen an das Kind weitergibt (oder umgekehrt).
Diese unterschiedlichen Ansichten können für das Kind verwirrend sein und zusätzlichen Druck erzeugen.
Es fällt meist beiden schwer, einen gemeinsamen Weg im Umgang mit den Schulthemen ihres Kindes zu finden.
Was ihr tun könnt, wenn ihr euch hier wiedererkennt
Versucht, als Eltern eine gemeinsame Linie zu finden, die dem Kind Unterstützung bietet, ohne zu viel Druck aufzubauen. Einigt euch auf klare, einheitliche Regeln, die für euer Kind Sinn machen.
Ein Perspektivwechsel: Dein Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit
Um deinem Kind wirklich zu helfen, ist es wichtig, dass du dir deiner eigenen Schulzeit und den damit verbundenen Gefühlen bewusst wirst. Frage dich: Wie haben mich meine Schulerfahrungen geprägt? Welche Erwartungen oder Ängste übertrage ich auf mein Kind?
Dein Kind ist ein eigener Mensch mit eigenen Stärken, Schwächen und Bedürfnissen. Es hat seine eigenen Herausforderungen und Erlebnisse, und es ist wichtig, es in diesen zu unterstützen, anstatt die eigenen Vorstellungen zu projizieren.
Hinter jeder Reaktion auf das Schulproblem deines Kindes verbirgt sich oft deine eigene Geschichte.
Fazit - Die Vergangenheit loslassen und dein Kind gezielt stärken
Unsere eigenen Schulerfahrungen begleiten uns – bewusst oder unbewusst – jeden Tag, besonders wenn es darum geht, unsere Kinder beim Lernen zu unterstützen.
Ob wir dabei an unsere eigenen Probleme erinnert werden oder uns unverständlich erscheint, warum das Lernen für unser Kind so schwer ist: Die Schulzeit unserer Kinder fordert uns als Eltern heraus, Vergangenes loszulassen und neu hinzuschauen.
Denn das, was für uns funktioniert hat, muss nicht immer auch für unser Kind passen.
Meine Empfehlung für deine nächsten Schritte
Reflektiere bewusst, welche Schulerfahrungen dich prägen und wie sie dein Handeln als Elternteil beeinflussen.
Was möchtest du weitergeben – und wo könnte ein anderer Weg hilfreich sein?
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